Farbbänder

Informationen über Farbbänder

Aufbau

Das Thermotransfer-Band (auch Thermotransferfolie, Farbband, Carbonband, Ribbon, Ruban genannt) ist für den Thermotransfer-Drucker ein unverzichtbares Verbrauchsmaterial sowie die Etiketten.

Es besteht grundsätzlich aus 4 Schichten:

Die Basis bildet das Trägermaterial aus einem 3,5 bzw. 6 µ (tausendstel Millimeter) starken Polyesterfilm, welcher sich durch eine hohe mechanische Widerstandsfähigkeit, gute thermische Leitfähigkeit und eine sehr gute Temperatur-Widerstandsfähigkeit (Schmelzpunkt 263 °C) auszeichnet.

Auf der einen Seite des Polyesterfilms ist die Rückseitenbeschichtung (Backcoating) auf Silikonbasis aufgebracht, welche zum Schutz des Druckkopfes vor Reibungsschäden eine wichtige Komponente des Farbbandes darstellt.

Auf der anderen Seite ist die sogenannt Releaseschicht (zum besseren Ablösen der Farbe) sowie die eigentliche 2 bis 4 µ starke Farbschicht aufgetragen. Die Farbe wird aus feinstkörnigen Kohlepartikeln (Ruß) gewonnen und in Wachs bzw. Harz eingebunden.

Das Hauptunterscheidungsmerkmal bei Thermotransfer-Bändern ist die Qualität der Beschichtung. Es gibt drei Grundtypen von Thermotransfer-Bändern (Wachs, Wachs-Harz, Harz). Diese unterscheiden sich dann noch in Qualitäten für Flathead- oder Near-Edge-Drucker.

Qualitäten

Grundsätzlich bestimmen drei Faktoren die einzusetzende Qualität: der Druckertyp (Modell), das Etikettenmaterial und die Anforderung an die Kombination von Etikett und Thermotransfer-Band.

Alle Thermotransferband-Qualitäten sind in verschiedenen Farbtönen erhältlich. Dies allerdings eingeschränkt, da der Anteil an farbigen Bändern nur 1% aller Anwendungen ist.

Wachs-Qualität

Wachs-Bänder sind die preisgünstigste Qualitätsgruppe und speziell für die Applikation bei niedriger Druckenergie ausgelegt. Sie kommen vor allem bei Papier- und Karton-Etiketten zum Einsatz, wo der Druck selbst auf rauen Oberflächen für einen hohen Kontrast und somit für überzeugende Druckergebnisse sorgt.

Da sie nur beschränkt wisch- und kratzfest sind, eignen sie sich in erster Linie für einfache Anwendungen ohne mechanische/physikalische oder chemische Belastung. Hauptanwendungen dieser Qualitätsstufe sind kurzlebige Etiketten wie Versand- und Logistik-Etiketten.
Für die Anwendung auf einem Near-Edge-Drucker sind Wachs-Qualitäten eher ungeeignet.

Wachs-Harz-Qualität

Wachs-Harz-Bänder (auch Premium- oder Hybrid-Bänder genannt) werden bei mittlerer Druckenergie appliziert. Sie sind universell einsetzbar, sowohl auf Papier- als auch auf Kunststoff-Etiketten. Besonders geeignet sind sie für beschichtete Papiere, Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) und Textiletiketten. Aufgrund ihrer guten Wisch- und Kratzfestigkeit eignen sie sich für viele Anwendungen.

Im Wachs-Harz-Bereich existieren auch diverse Spezialqualitäten für Near-Edge-Drucker.

Alle Wachs-Harz-Qualitäten sind wärmestabil und werden z.B. eingesetzt wenn etikettierte Paletten noch eingeschrumpft werden.

Harz-Qualität

Harzbänder werden unter hoher Druckenergie übertragen. Sie sind besonders wischbeständig, äußerst kratzfest und resistent gegen Benzin , Alkohol und teilweise Lösungsmittel. Auf glatten Kunststoffoberflächen ( PE, PP, PET, PVC) liefern sie randscharfe Druckresultate mit extremer Deckkraft und Haltbarkeit. Sie werden vorrangig für anspruchsvolle Etiketten mit hohen Anforderungen verwendet.

Im Harzbereich gibt es neben den besonderen Near-Edge-Qualitäten weitere Bänder für spezielle Anwendungen. Klassische Anwedungsgebiete sind Typenschilder oder auch seewasserbeständige Etiketten.

Konfektionierung

Die Herstellung der Thermotransfer-Bänder erfolgt zunächst entsprechend dem beschriebenen Aufbau in Form von sogenannten Jumbo-Rollen. Auf diesen befindet sich Folie mit mehreren Kilometern Lauflänge Folie und einer Breite von 60 bis 90 cm. In einem zweiten Schritt werden aus diesen Jumbo-Rollen die später verwendeten „kleinen” Thermotransfer-Rollen konfektioniert. Dies geschieht entweder beim Hersteller direkt oder aber in speziellen Schneidebetrieben. Für die richtige Konfektionierung der Bänder sind folgende Parameter zu berücksichtigen:

Bandqualität, Farbseite innen oder außen, Ausstattung des Farbbandkerns, Anfangs- und Abschaltband, Breite und Länge des Farbbandes.

Die Farbband-Qualität wird durch die Kombination des Druckertyps mit dem zu bedruckenden Material und die spätere Anwendung bestimmt. Die zu schneidende Breite ergibt sich aus dem Druckertyp und der zu bedruckenden Etikettenbreite. Das Farbband sollte dabei möglichst etwas breiter als das Etikett sein. Alle anderen Parameter werden ausschließlich durch das eingesetzte Druckermodell festgelegt.

Mögliche Gestaltung der verschiedenen Parameter:
Farbseite: innen oder außen
Anfangsband: = Leader, transparent oder silber
Abschaltband: = Trailer, transparent, silber oder ohne
Kern (Hülse): Pappe/Kunststoff, bündig/überstehend, Kerben (Nuten): ohne, mit 1 auf 1 Seite, mit je 1 auf beiden Seiten, mit 2 gegenüberliegenden auf 1 Seite,
Kern – Durchmesser: 1” ; ½”; 40 mm
angeklebter Zusatzkern

Auswahl des richtigen Farbbandes

Zwei unterschiedliche Kriterien müssen zur Bewertung des Druckergebnisses herangezogen werden:

Druckbild:

  • Kontrast, optische Dichte
  • Randschärfe
  • gleichmäßiger fehlerfreier Druck
  • Lesbarkeit des Barcodes

Die Qualität des Druckbildes ist von allen bereits genannten Komponenten abhängig: Druckertyp, Thermokopf (Auflösung in dpi), Einstellung (Energie Druckkopftemperatur, Geschwindigkeit), Farbband, Etikettenmaterial (Glätte, evtl. vorhandener Vor- oder Oberflächendruck) und dem Druckbild selbst (quer- oder längsliegender Barcode).

Beständigkeit des Ausdrucks

  • physikalische Beständigkeit gegen
    • Wischen
    • Kratzen
    • UV-Licht
    • Wärme
  • chemische Beständigkeit gegen
    • Wasser
    • Reinigungsmittel
    • Benzin
    • Öl
    • Fette
    • Säuren
    • Laugen
    • Lösemittel
    • und andere Chemikalien

Die Beständigkeit des Ausdrucks hängt in erster Linie vom verwendeten Farbband und dessen Zusammenspiel mit dem eingesetzten Etikettenmaterial ab.

Nur der Anwender selbst kennt seine Anforderungen an die Beständigkeit der von ihm eingesetzten Etiketten. Die Kombination von Etikett- und Farbband-Qualität ist daher schwierig zu ermitteln. Das Urteil über eine einzusetzende Farbbandqualität liegt allein beim Anwender. Nur mit seinem Drucker und seinem Etikettenmaterial ist die optimale Lösung zu finden. Dabei ist auch die weitere Verwendung der Etiketten zu berücksichtigen.

 

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