Die so genannten „Hotmelt“-Klebstoffe sind Schmelzklebstoffe; sie werden auch Heißklebestoffe oder Heißkleber genannt. Die Lösungsmittel freien Klebstoffe sind bei Raumtemperatur mehr oder weniger feste Produkte. Sie werden bei der Produktion im heißen Zustand auf die Klebefläche aufgetragen und stellen beim Abkühlen die Verbindung her.
Diese Gruppe von Klebstoffen basiert auf verschiedenen chemischen Rohstoffen. Die Schmelzpunkte liegen hauptsächlich im Bereich zwischen 80 und 200 °C.
Durch Temperaturerhöhung und Schmelzen wird Adhäsion erzielt, was wiederum die Viskosität verringert. Durch die niedrige Viskosität kann eine ausreichende Benetzung des Subtrats gewährleistet werden. Die für den Klebeprozess notwendige Kohäsion wird durch das Abkühlen der Schmelze erreicht.
Hotmelt-Klebstoffe können grob wie folgt eingeteilt werden:
Basispolymere
- Polyamide (PA) mit einer Applikationstemperatur meist über 200 °C
- Polyethylen (PE) mit einer Applikationstemperatur zwischen 140 und 200 °C
- Amorphe Polyalphaolefine (APAO) mit einer Applikationstemperatur um 170°C
- Ethylenvinylacetat-Copolymere (EVAC) mit einer Applikationtemperatur um 150 °C
- Polyester-Elastomere (TPE-E)
- Polyurethan-Elastomere (TPE-U)
- Copolyamid-Elastomere (TPE-A)
- Wasserlösliche Vinylpyrrolidon/Vinylacetat-Copolymere mit einer Applikationstemperatur um 130 °C
Harze
- Kolophonium
- Terpene
- Kohlenwasserstoffharze
Stabilisatoren
- Primäre („Radikalfänger“ wie etwa Phenole) und sekundäre (Peroxidzersetzer) Antioxidantien
- Metalldesaktivatoren, die mit Metallionen Komplexe bildern
- Lichtschutzmittel
Wachse
- Natürliche (Bienenwachs) und synthetische (voll- oder teilsynthetische oder chemisch veränderte) Wachse
Haft-Hotmelts, wie sie zum Beispiel auf Etiketten Einsatz finden, werden im Block geliefert. Der Hotmelt ist dabei mit einer Folie umgeben, die sich beim Schmelzen mit dem Hotmelt vermischt. Sie hat so gut wie keinen Einfluss auf die Verarbeitung oder die Klebeeigenschaften.
Schmelz-Klebstoffe auf Basis von Polyamiden werden zum Teil aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und sind im Prinzip kompostierbar.
Auf Grund ihrer Haftung auf porösen Materialien wie Stoff, Leder, Holz und Geweben sowie ihres relativ günstigen Preises sind Hotmelt-Klebstoffe heute im Alltag sehr weit verbreitet. Häufige Anwendungsgebiete sind unter anderem:
- In der Verpackungsindustrie, zum Beispiel beim Verkleben von Kartons, Briefumschlägen oder Beuteln
- Für Kabeldurchführungen und Dichtungsmuffen
- In der Möbel- und Holzindustie, im Zusammenhang mit der Laminiertechnik
- In der Schuhindustrie
- Bei Etiketten, etwa für das Verkleben auf unterschiedlichsten Substraten
- Beim Buchbinden, unter anderem für das Anbringen des Umschlags am Buch, alternativ zu Dispersions-Klebstoffen
